Was Kinder über Mülltrennung wissen — und was sie uns beibringen

In Lübeck, irgendwann zwischen Bratwurst und Hüpfburg, blieb ein Junge von vielleicht acht Jahren vor unserem Zelt stehen und sagte ganz selbstverständlich: „Bei uns kommt alles in eine Tonne.” Er meinte das nicht als Kritik und auch nicht als Geständnis — es war einfach sein Wissensstand über Müll, und der war vollkommen in Ordnung für jemanden, dem das noch niemand erklärt hatte.

Also erklärten wir es ihm. Die Gelbe für Verpackungen und Plastik, die Blaue für Papier, die Braune für Bioabfälle, die Schwarze für das, was übrigbleibt. Er hörte ernsthaft zu und fragte dann, auf unsere ganze Zelt-Konstruktion mit den aufgestellten Behältern deutend: „Warum stehen hier so viele Tonnen?” Was eigentlich dieselbe Frage war, nur von einer anderen Seite gestellt.

Aus dem Erklären wird ein Gespräch

So beginnen diese Begegnungen meistens. Ein Kind fragt, wir antworten, das Kind fragt weiter, und irgendwann steht auch die Mutter daneben, die eigentlich nur kurz vorbeischlendern wollte, aber bei der Frage nach der Pizzaschachtel mit Käserest dann doch neugierig geworden ist. Quartiersfeste sind laut, bunt und voller Ablenkungen, und trotzdem entstehen dort Gespräche, für die im Alltag selten Gelegenheit ist.

Unser Trennspiel funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Abfallarten müssen den richtigen Behältern zugeordnet werden, schnell und unter ein bisschen Zeitdruck, manchmal spielen zwei Kinder gleichzeitig gegeneinander. Wer falsch liegt, erfährt sofort warum, wer richtig liegt, will es nochmal versuchen. Die Kinder testen, lachen, streiten manchmal über die richtige Antwort und geben das Ergebnis hinterher kommentierend an ihre Eltern weiter, was meistens der aufmerksamste Teil des Nachmittags für die Erwachsenen ist.

Was nebenbei passiert: zwanglose, konkrete Aufklärung

Während ein Kind spielt, erklärt ein anderes Kind der kleinen Schwester, was gerade passiert. Eine Oma sagt, sie hätte gar nicht gewusst, dass die leere Spraydose in die Gelbe Tonne gehört. Ein Vater fragt, wie das mit Styropor ist — wir sagen, das kommt in den Restmüll, und er nickt so, als hätte er das schon länger vermutet, aber nie eine Gelegenheit gehabt, es nachzufragen. Große Momente sind das keine, aber wer an einem einzigen Nachmittag mit zwanzig Familien ins Gespräch kommt, hat mehr bewegt als ein Aushang, der wochenlang am Schwarzen Brett hängt.

Wir sind jeden Tag in Hamburger und norddeutschen Quartieren unterwegs und wissen aus Erfahrung, wie viel an kleinen Missverständnissen hängt. Die falsch zugeordnete Leichtverpackung, der Restmüll, der in den Papierbehälter wandert — das ist fast nie böser Wille, sondern meistens einfach Unklarheit darüber, was wohin gehört. Wenn sich auf einem Quartiersfest die Gelegenheit ergibt, diese Unklarheiten im Gespräch aus dem Weg zu räumen, dann nutzen wir sie gern.

Kluge Gedanken: was der 8-jährige Steppke mitgenommen hatte

Er hatte das Spiel dreimal gespielt und dabei die Pizzaschachtel mit Käserest in die Blaue Tonne einsortiert — Karton ist ja Papier, der Gedanke war naheliegend. Das Spiel erklärte ihm, dass fettige Kartons in den Restmüll gehören, weil das Papier sich dann nicht mehr sauber recyceln lässt. Er schaute kurz unzufrieden und sagte: „Das ergibt eigentlich keinen Sinn.” Wir haben ihm zugestimmt, denn manchmal ergibt das System keinen hundertprozentigen Sinn — und es ist trotzdem das beste, das wir gerade haben.

Sein Vater fragte, ob wir auch Flyer haben. Wir gaben ihm unsere mehrsprachigen Infoblätter, und er sagte: “Super, das gebe ich auch meinen Nachbarn.”

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Sie planen ein Quartiersfest oder einen Aktionstag und möchten das ETH-Trennspiel dabei haben? Sprechen Sie unseren Herrn René Schwarz an — wir kommen mit Zelt, Spiel und Infomaterial für Ihre Nutzer und Mieter.